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Neugier kennt kein Alter. Wie dein Inneres Kind neue Türen öffnet.

4. Neugier kennt kein Alter: Wie dein inneres Kind neue Türen öffnet

Neugier kennt kein Alter: Wie dein inneres Kind neue Türen öffnet

Blogbeitrag 4 zur Reihe „Schluss mit dem Ernst des Lebens“

„Was ist denn da?“

„Warum ist das so?“

„Kann ich das mal ausprobieren?“

Kinder können uns mit ihren Fragen manchmal ganz schön auf Trab halten.

Sie öffnen Schubladen, untersuchen Steine, beobachten Käfer, wollen wissen, was hinter einer Tür liegt, und stellen mit großer Ausdauer die wahrscheinlich berühmteste Kinderfrage überhaupt:

„Warum?“

Manchmal folgt darauf gleich das nächste Warum.

Und noch eins.

Als Erwachsene finden wir das gelegentlich anstrengend.

Dabei steckt darin eine Fähigkeit, die wir vielleicht viel öfter selbst gebrauchen könnten:

Neugier.

Neugier bringt Bewegung ins Leben

Neugierig zu sein bedeutet, noch nicht wissen zu müssen, wohin etwas führt.

Und genau darin steckt für mich Freiheit.

Wir dürfen ausprobieren.

Wir dürfen Anfänger sein.

Wir dürfen unsere Meinung ändern.

Wir dürfen etwas entdecken, von dem wir bisher überzeugt waren, dass es gar nicht zu uns passt.

Und wir dürfen mit 50, 60 oder 70 plötzlich von etwas begeistert sein, an das wir mit 30 noch nicht einmal gedacht haben.

Wer sagt eigentlich, dass wir irgendwann fertig mit dem Entdecken sein müssen?

Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal gemacht?

Diese Frage mag ich besonders.

Denn ein „erstes Mal“ macht etwas mit uns.

Wir werden aufmerksamer.

Wir können noch nicht auf Routine zurückgreifen.

Wir wissen nicht genau, was passieren wird.

Vielleicht sind wir ein bisschen unsicher.

Vielleicht müssen wir über uns selbst lachen.

Und vielleicht fühlen wir uns gerade deshalb plötzlich erstaunlich lebendig.

Dabei muss dieses erste Mal überhaupt nicht spektakulär sein.

Ein neues Gericht.

Ein Kurs.

Eine Sprache.

Eine Sportart.

Ein unbekannter Weg durch die eigene Stadt.

Ein Reiseziel, das bisher nie auf deiner Liste stand.

Ein Gespräch mit einem Menschen, den du sonst vielleicht nie angesprochen hättest.

Oder etwas, bei dem du bisher immer dachtest:

„Das ist nichts für mich.“

Vielleicht stimmt das.

Vielleicht aber auch nicht.

Wie willst du es herausfinden, wenn du es nie ausprobierst?

Das innere Kind fragt anders

Wir Erwachsenen sind erstaunlich gut darin, Möglichkeiten zu beenden, bevor sie überhaupt entstehen.

„Das kann ich nicht.“

„Dafür bin ich zu alt.“

„Das liegt mir nicht.“

„Das habe ich noch nie gemacht.“

„Was sollen denn die anderen denken?“

Unser inneres Kind könnte an dieser Stelle vielleicht ziemlich verständnislos schauen.

Denn Kinder gehen anders an Unbekanntes heran.

Sie fragen nicht zuerst:

„Kann ich das perfekt?“

Sie fragen:

„Wie geht das?“

Oder noch besser:

„Darf ich mal?“

Was für ein Unterschied.

Von „Das kann ich nicht“ zu „Wie könnte es gehen?“

Hier begegnet sich mein neues Thema mit etwas, das mich schon seit vielen Jahren beschäftigt:

Sprache.

Worte beschreiben nicht nur unsere Wirklichkeit.

Sie beeinflussen auch, welche Möglichkeiten wir überhaupt sehen.

Nimm den Satz:

„Das kann ich nicht.“

Punkt.

Die Tür ist zu.

Und jetzt verändere nur wenige Worte:

„Wie könnte ich es ausprobieren?“

Plötzlich ist da eine Öffnung.

Du musst es noch nicht können.

Du musst nicht wissen, ob es funktioniert.

Du musst dich nicht einmal langfristig dafür entscheiden.

Du darfst einfach neugierig sein.

Das ist für mich Selbstcoaching im Alltag.

Nicht jede innere Grenze muss sofort überwunden werden.

Manchmal reicht es, sie zunächst in eine Frage zu verwandeln.

Aus einem Hindernis wird ein Experiment

Vielleicht stehst du gerade vor etwas, das sich schwierig anfühlt.

Beruflich.

Privat.

Oder einfach in deinem Alltag.

Dann probiere einmal, die Frage zu verändern.

Statt:

„Warum geht das nicht?“

frage:

„Was habe ich noch nicht ausprobiert?“

Statt:

„Das kann ich nicht.“

frage:

„Was wäre ein erster kleiner Versuch?“

Statt:

„Dafür bin ich zu alt.“

frage:

„Was würde ich tun, wenn mein Alter heute überhaupt keine Rolle spielen würde?“

Du brauchst noch keine Lösung.

Nur eine kleine Öffnung.

Denn vielleicht wird aus einem Hindernis nicht sofort eine Lösung.

Aber möglicherweise wird daraus etwas viel Interessanteres:

ein Experiment.

Und manchmal beginnt genau so ein kleines Abenteuer.

Deine Neugier-Challenge

Deshalb habe ich diese Woche eine Einladung für dich:

Mach eine Sache zum ersten Mal.

Sie muss weder groß noch spektakulär sein.

Nimm einen anderen Weg.

Bestell etwas, das du noch nie gegessen hast.

Hör Musik, die normalerweise nicht auf deiner Playlist landet.

Sprich jemanden an.

Melde dich zu etwas an.

Probiere eine neue Bewegung, ein neues Rezept oder eine neue Idee aus.

Und beobachte diesmal nicht nur, was du tust.

Beobachte dich.

Frag dich danach:

  1. Was hat mich neugierig gemacht?
  2. Wann wollte mein erwachsener Verstand mich bremsen?
  3. Was habe ich entdeckt, das ich vorher nicht wusste?

Und vielleicht die wichtigste Frage:

Wie habe ich mich dabei gefühlt?

Vielleicht ungewohnt.

Vielleicht ein bisschen albern.

Vielleicht mutig.

Vielleicht frei.

Vielleicht sogar ziemlich lebendig.

Neugier kennt kein Alter

Je länger wir leben, desto mehr Erfahrungen sammeln wir.

Das ist wunderbar.

Aber unsere Erfahrungen können uns manchmal auch einreden, wir wüssten schon, was zu uns passt und was nicht.

Unser inneres Kind erinnert uns an etwas anderes:

Es gibt noch etwas zu entdecken.

Nicht unbedingt irgendwo weit weg.

Vielleicht direkt vor uns.

Vielleicht sogar in uns selbst.

Dieser Gedanke begleitet mich auch beim Schreiben meines Buches:

„Schluss mit dem Ernst des Lebens“
Dein inneres Kind als Kompass für Leichtigkeit

Denn vielleicht brauchen wir nicht immer sofort die richtige Antwort.

Manchmal brauchen wir zuerst eine gute Frage.

Und eine meiner Lieblingsfragen lautet inzwischen:

„Was könnte ich ausprobieren?“

Vielleicht öffnet sie auch für dich eine Tür.

Und wer weiß, was dahinter wartet.

Und genau darum geht es auch in meinem neuen Buch „Schluss mit dem Ernst des Lebens“, das in Kürze im Gallip Verlag (Daniela Hillers) erscheint.

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