10. Mai – Reise zum Meer

10. Mai – Reise zum Meer
Morgens frühstücken wir in einem netten kleinen Restaurant an einer nahegelegenen Straße. Außer uns sind nur einige LKW-Fahrer dort und ein älteres finnisches Ehepaar.

Unterwegs
Unterwegs, Foto: R. Koltermann

Gut gestärkt fahren wir über wunderschöne Waldwege in Richtung Norden. Ich stelle mir vor, wie hier im Winter der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten entlangfährt. Wieder geht es bergauf und bergab, so dass wir recht langsam vorankommen. So schön es hier ist, um unser Ziel Lappland jemals erreichen zu können, fahren wir am Nachmittag mit der Bahn weiter bis ans Meer. In Kokkola mieten wir für die Nacht eine kleine Hütte für Wanderer. Diese ist zwar recht spärlich eingerichtet und ohne Heizung, aber es ist wärmer, als im Zelt zu schlafen.

Hütte für Wanderer
Hütte für Wanderer, Foto: A. Koltermann

Der Wirt des Restaurants, in dem wir zu Abend essen, erklärt uns, in Finnland sei jetzt Sommer. Er trägt Shorts und T-Shirt. Sobald das Eis aufgetaut sei, würde man hier im See und im Meer baden, erzählt er.

Allerdings ist er sehr verständnisvoll, als ich ihn darum bitte, die Tür schließen zu dürfen, weil mir kalt ist.

10. Mai – Reise zum Meer – Ein Blog zum Lesen und Vorlesen – ab 10. Dezember auch als Podcast

9. Mai – Etappe zwei

9. Mai – Etappe zwei

Das war eine kalte Nacht, trotz der neuen warmen Schlafsäcke. Wie soll das wohl werden, frage ich mich. Drei Wochen im Zelt bei diesen Temperaturen?
Sicherlich gewöhnen wir uns daran, sage ich mir und koche auf unserem kleinen Gaskocher erst einmal einen warmen Tee. Zum Frühstück gibt es Knäckebrot und Käse. Unser Equipment auf den Rädern zu verstauen geht schnell und weiter geht die Tour. Bergauf und bergab durch die Berge Südfinnlands. Das ist ganz schön anstrengend. In einem Supermarkt kaufen wir neue Lebensmittel und eine warme Fleecedecke.

Gegen 17:00 Uhr sind wir froh, endlich an unserem Campingplatz zu sein. Genau genommen sind wir da, wo laut Internet der nächste Campingplatz sein sollte. Wir finden eine Art Freizeitzentrum oder ein Schullandheim, aber keinen Campingplatz. Ein paar wohlmeinende finnische Männer sind gerade auf dem Weg zur Sauna und zum anschließenden Bad in dem eiskalten See. Sie erklären uns stolz den Weg zum nächstgelegenen Campingplatz. Leider ist das genau der, von dem wir gerade kommen. Erschöpft, hungrig und durchgefroren wie wir sind wollen wir heute nicht mehr weiterfahren – und schon gar nicht zurück.

Abendessen
Abendessen, Foto: A. Koltermann

Im Wald finden wir einen Grillplatz mit einem kleinen offenen Unterstand, der vor Wind und Regen schützt, auf Finnisch Lavuu genannt. Schnell machen wir ein Holzfeuer, grillen unseren Fisch und wärmen Nudeln auf, die wir vom vorigen Tag noch übrighaben.

Lavuu statt Campingplatz
Lavuu statt Campingplatz, Foto: A. Koltermann

Unser Zelt passt genau in dieses Lavuu und so haben wir es in dieser Nacht schön warm.

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8. Mai 2019 – Nachmittag – Die Radtour beginnt

8. Mai 2019 – Nachmittag – Die Radtour beginnt

Wir sehen doch im Internet nach und finden einen Campingplatz, der ein Stück westlich von Helsinki liegt. Das Ziel unserer ersten Etappe steht fest.

Ganz schön hügelig ist es hier im Süden Finnlands. Damit hatten wir nicht gerechnet. Die Gegend ist wunderschön. Sehr grün und überall blühen klitzekleine Blümchen. Nur die Anemonen sind riesig groß. So große Anemonen habe ich bei uns in Deutschland noch nie gesehen. Einige Stunden fahren wir bergauf und bergab. Es geht vorbei an vielen Felsen. Schöne Felseninseln hatten wir von der Fähre aus auch schon gesehen.

Am Campingplatz angekommen stellen wir fest, dass die Campingsaison noch nicht begonnen hat. Die Rezeption hat geschlossen, aber das Duschgebäude ist geöffnet. Auf dem Platz stehen zwei Wohnmobile und ein kleines Zelt. Wir beschließen, auch hier zu bleiben. Erschöpft und glücklich bauen wir unser Zelt auf, um dann die Gegend zu erkunden. Im See neben dem Campingplatz gehen zwei finnische Frauen schwimmen. Ich bin etwas neidisch, weil ich das Schwimmen in der Natur liebe.

Neue Schlafsäcke für die Reise
Neue Schlafsäcke für die Reise, Foto: A. Koltermann

Neue

Doch hier ist mir das Wasser heute zu kalt. Es hat ja höchstens fünf oder sechs Grad. Auch in der Nacht frieren wir ein bisschen in unseren Schlafsäcken.

Finnlandkarte
Finnlandkarte 8. Mai 2019 – Nachmittag – Die Radtour beginnt

Bis Lappland ist es noch ganz schön weit.

 

 

 

8. Mai – Land in Sicht

8. Mai – Land in Sicht

In der Ferne sehen wir kleine Felseninseln. Wie aufregend. Ob darauf wohl jemand wohnt?

Schon nähern wir uns dem Festland. Ein Gong ertönt und alle Passagiere werden gebeten, zum Autodeck zu gehen. Zwischen den großen LKWs kommen wir uns mit unseren Fahrrädern ganz schön klein vor. Unser Gepäck wird sorgfältig auf den Gepäckträgern verstaut. Wieder ziehen wir unsere gelben Warnwesten an und rollen vom Schiff in den Fährhafen von Helsinki. Die Sonne scheint. Wir haben einen strahlend blauen Himmel, aber es geht ein kalter Wind.

Felseninseln vor Finnland
Felseninseln vor Finnland, Foto: R. Koltermann

So sorgfältig wie ich dachte habe ich mein Gepäck doch nicht verstaut. Mein Rucksack, den ich oben auf die Fahrradtaschen gebunden hatte, hängt gefährlich schief. Und den Expander, mit dem ich ihn befestigt hatte, habe ich schon verloren.

In der Stadt wollen wir Fahrradkarten und einen Campingführer kaufen. Natürlich kann man alles im Internet nachsehen, aber ob wir unterwegs Strom haben werden, um unsere Handys aufzuladen, das wissen wir nicht. Manchmal ist eine Karte sehr viel praktischer. In der Touristeninformation in Helsinki bekommen wir eine gute Fahrradkarte für die Region. Einen Campingführer gibt es im Mai noch nicht.

kleine Stiefmütterchen auf Felsen in Helsinki Mi bi
kleine Stiefmütterchen auf Felsen in Helsinki, Foto: A. Koltermann

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7. Mai 2019 – Auf der Fähre

7. Mai 2019 – Auf der Fähre – Meine Reise zum Weihnachtsmann

Das Frühstücksbuffet ist riesig. Wer soll das alles essen, frage ich mich. Aber nach und nach kommen die Passagiere aus ihren Kajüten und der Speisesalon füllt sich. Die Sonne scheint und wir schauen über das weite Meer. Wir sehen leichte Wellen, die unser riesiges Schiff sanft schaukeln.

Frühstück auf der Fähre nach Helsinki
Frühstück auf der Fähre nach Helsinki, Foto: R. Koltermann

Ein paar kleine Wölkchen sind am großen Himmel verteilt zu sehen.
Gar nicht weit entfernt erspähen wir eine Insel. Das muss Gotland sein, denke ich, eine große Insel vor Schweden. Sieben oder acht Stunden sind wir jetzt schon unterwegs. Gedankenverloren schaue ich über die Wellen. Wir haben auf diesem Schiff den allerschönsten Platz bekommen. Die Sonne scheint auf unserem Tisch und ich genieße die Wärme.

Plötzlich ist sie da, die Idee ein Kinderbuch zu schreiben oder vielleicht einen Blog für Kinder – und natürlich auch für Erwachsene.

Wenn ich schon in den hohen Norden reise, um den Weihnachtsmann zu suchen, dann kann ich allen kleinen und großen Kindern dieser Welt, die nicht mit mir reisen, doch wenigstens davon berichten.

Hubschrauberlandeplatz oben auf dem Deck
Hubschrauberlandeplatz oben auf dem Deck, Foto: R. Koltermann

Auf der Fähre – Meine Reise zum Weihnachtsmann