Spiel mit dem inneren Kind – der Fremdwortmann

Ute

Sie habe immer einen Knoten in der Zunge, wenn sie Fremdwörter aussprechen möchte, erzählt Ute mir, als ich sie nach dem Anlass für ihr Coachinggesuch frage. Die Aussprache der 52-jährigen Kosmetikerin ist ansonsten sehr gut.

Mittels einfacher Techniken aus der Logopädie versuchen wir, die in ihrem Hals feststeckenden Fremdwörter, zu deblockieren.

Die Klientin möchte wissen, ob ihr Problem etwas mit ihrem inneren Kind zu tun habe.

Welcher Teil in ihr sich so hartnäckig gegen Fremdwörter aller Art wehre, frage ich sie. „Das ist der Fremdwortmann“, lautet ihre spontane Antwort.

Der Fremdwortmann
Der Fremdwortmann, Foto: A. Koltermann

Stellvertretend für den namenlosen Fremdwortmann nehmen wir einen Stift und stellen diesen neben einige Bauklötze.

Die Bauklötze seien ihre anderen inneren Kinder, sagt Ute.

Spiel mit dem inneren Kind – der Fremdwortmann

Die Klientin hört in ihrem Inneren eine Stimme, die ihr sagt: „Fremdwörter braucht man nicht, ich rede lieber in einfacher Sprache.“ Dies sei die Stimme des Fremdwortmanns gewesen.

Auf Ansprache reagiere der Fremdwortmann im Gegensatz zu den anderen inneren Kindern nicht. Sie wünsche sich aber, dass dieser gleichberechtigt mit den anderen sein solle.

Im Coaching versuchen wir, die gute Absicht des Fremdwortmanns zu ermitteln, und kommen darauf, dass dieser wohl eine Art von Schutz biete.

Er solle sie vor dem falschem Einsatz der Fremdwörter und daraus resultierenden Blamagen bewahren.

Ich schreibe verschiedene Wörter auf Karteikarten. Diese sortieren wir in folgende Kategorien: bekannte, jedoch wenig verwendete Wörter, ihr vertraute, oft genutzte Wörter und fremde, ihr gänzlich unbekannte Wörter.

Kartenhaus Fremdwörter
Kartenhaus Fremdwörter, Foto: A. Koltermann

Bevor ich sie bitte, alle Wörter einzeln vorzulesen, teste ich ihre Fähigkeit, schwerer auszusprechende Laute und Lautverbindungen zu artikulieren. Ihr Glaubenssatz, hier generell Probleme zu haben, ist schnell widerlegt, sie kann alle Laute gut aussprechen.

Daraufhin fordere ich Ute auf, mir eine genaue Beschreibung des Gefühls im Mund, welches sie als Knoten in der Zunge bezeichnet, zu geben.

Es zeigt sich ein Hinweis auf eine Fehlspannung im muskulären Gleichgewicht zwischen Kiefer und Zunge. Wir wollen die Ursache dafür finden und dieses gegebenenfalls mittels gezielter Übungen lösen.

Mit Hilfe der im NLP gebräuchlichen Formats Reimprint finden wir einerseits große Erinnerungslücken in Utes Kindheit, andererseits aber auch die Worte ihres Vaters: „Da stehen die Bücher, da steht es drin!“, die er ihr gegenüber häufig geäußert habe, wenn sie ihm Fragen gestellt hat.

Auch damals habe sie schon das Gefühl gehabt, Fremdwörter nicht aussprechen zu können.

In Gedanken kreieren wir das Spiel „Mit Büchern und Fremdwörtern tanzen“.

Das hätte sie damals tun müssen, sagt sie. Wir beschließen, dass es auch jetzt dafür nicht zu spät sei, und tanzen mit den Fremdwortkarten. Dann bauen wir auf dem Teppich aus den Fremdwörtern Kartenhäuser.

Das Spiel mit den Fremdwörtern habe ihr inneres Kind ermutigt, dies ab jetzt häufiger zu tun, erklärt Ute.

Seminare

für Trainer, Coaches, Therapeuten, Pädagogen, Lehrer, Ärzte und weitere Personen, die sich vom Thema angesprochen fühlen.

Termine: *

Seminar Spiel mit dem inneren Kind!

    • 29./30. August 2020
      Praxis für Lebensfragen und Sinnfindung Hans-Gert Grünhofer
      Sachsenweg 5, 59457 Werl
    • 10./11. Oktober 2020
      Seminarhof Acht-Eichen
      Strange 1, 27259 Wehrbleck, Niedersachsen
    • 24./25. Oktober 2020
      Andrea Koltermann
      Tulpenweg 40, 41569 Rommerskirchen

*Termine unter Vorbehalt

Spiel mit dem inneren Kind Seminare
„Spiel mit dem inneren Kind“-Seminare, Foto: Katrin Lübeck, Grafikdesign: A. Keck

www.sprechend-ueberzeugen.de/Veranstaltung/spiel-mit-dem-inneren-kind

Anmeldung

info@andrea-koltermann.de

oder

telefonisch +49 2183 2336918

Spiel mit dem inneren Kind – der Fremdwortmann

Spiel mit dem inneren Kind – Puppenstube

Marita

Die Kundin berichtet im Anfangsgespräch von mehreren Traumatisierungen und fragt, wie man ihrem inneren Kind helfen könne. Sie habe schon zahlreiche Therapien und Selbstfindungsseminare hinter sich.

Sie berichtet von diversen Gewalterfahrungen. Dann sehe ich mir ihr antikes Puppenhaus an, das die 66-Jährige sich vor kurzem gekauft hat. Wir setzen uns davor.

Spiel mit dem inneren Kind Puppenstube
Spiel mit dem inneren Kind – Puppenstube, Foto: A. Koltermann

Spielen würde sie nicht damit, aber es solle noch einen besseren Platz in ihrer Wohnung bekommen, sagt sie.

Ich habe das Gefühl, dass sie gern damit spielen würde, doch irgendetwas hindert sie daran.

Sie berichtet, dass sie als zweitjüngstes von 10 Kindern in ihrer Kindheit kaum Platz für sich gehabt habe, keinen eigenen Schreibtisch, kaum Spielsachen, keine Malstifte.

Ich bitte sie, mir eine Zeit vor der ersten ihr bewussten Traumatisierung zu nennen. Dies fällt ihr schwer. Sie findet immer wieder Situationen, die sie negativ erlebt hat. Sie sieht sich als kleines Mädchen mit zusammengepressten Lippen. Als kleines Kind, das nichts sagen darf. Dann gelingt es ihr, eine Erinnerung an eine neutrale Situation aufzurufen. Was sie in dieser Zeit gern mehr gehabt hätte, frage ich sie. Freiraum für sich, sagt sie, die Möglichkeit, sich zu entfalten, kreativ zu sein, allein mit sich zu sein.

Ich frage sie, was sie ändern würde, wenn alles Denkbare möglich wäre, sie die Zeit jetzt komplett zurückdrehen, alles selbst bestimmen und ihr Leben noch einmal leben könnte.

Spiel mit dem inneren Kind – Puppenstube

Dann hätte sie Platz, einen Wasserfarbkasten, Pinsel und Papier – alles, wofür in ihrer Kindheit kein Platz und kein Geld gewesen sei. Ich bitte sie, mir zu beschreiben, was sie malen würde. Bunte Bilder, sagt sie, Blumen und Puppenkleider.

Ich bitte sie, ein Bild vor ihrem inneren Auge ganz detailliert entstehen zu lassen, so als würde sie dieses jetzt malen. Sie schließt die Augen. Während sie in Gedanken malt, sehe ich, wie sich ihre Gesichtszüge entspannen.

Ich frage sie, wer denn die Person sei, die da gerade so konzentriert male, und ob sie gerade ihr inneres Kind gefunden habe. Vermutlich, antwortet sie und lächelt.

Ich bitte sie, das Kind, also ihr jüngeres Ich, die kleine Marita, einmal anzusprechen. Dies tut sie. Dann bitte ich sie, die Kleine einzuladen, mit in Maritas Erwachsenenalter zu kommen. Ich schlage vor, der Kleinen zu erzählen, in welcher Zeit die erwachsene Marita jetzt lebt und ihr zu sagen, dass jetzt Platz und Geld für Farbstifte etc. vorhanden sind. Marita ist noch sehr zögerlich, hat große Angst davor. Es dauert eine Weile und die große Marita verspricht ihrem jüngeren Ich, auf die kleine Marita aufzupassen, dass ihr nichts passiere und dass sie jederzeit wieder zurückkönne. Die beiden beschließen, es auszuprobieren.

Hinterher beschreibt sie, ihre zuvor sehr verkrampfte Kiefermuskulatur habe sich gelöst.

Es ginge ihr viel besser, sie fühle sich entspannt. Sie wolle jetzt mit der kleinen Marita viele schöne Dinge unternehmen, sagt sie. Sie plant eine Shopping-Tour und einen Urlaub. Künftig wolle sie, statt sich Leistungsdruck zu machen, mit ihrem neu gefundenen Kind spielen. Den ganzen Stress wolle und bräuchte sie nicht mehr, das habe sie erkannt.

Ein paar Tage später erhalte ich eine Nachricht von Marita, es ginge ihr viel besser. Es habe sich etwas in ihr verändert. Sie würde jetzt den Druck aus ihrem Leben herausnehmen, sich erlauben mehr zu genießen, anstatt immer wieder zu fordern. Sie möchte einen weiteren Termin buchen.

In der zweiten Sitzung eine Woche später erzählt sie mir von ihren Plänen, ihre Wohnung aufzuräumen und alles, was sie nicht mehr wirklich braucht, loszulassen. Sie möchte aufhören, ein Seminar nach dem anderen zu besuchen und sich stattdessen gönnen, das zu tun, was ihr wirklich Spaß macht. So möchte sie sich mit Freundinnen treffen und mit ihnen zusammen shoppen oder wandern gehen.

Sie zeichnet ihre Lebenslinie in Form einer umgekehrten Parabel auf ein Papier und erklärt mir, sie stünde jetzt am Wendepunkt. Jetzt solle ihr Leben leichter werden.

Hier setzen wir jetzt an mit dem Format „Spiel mit dem inneren Kind“.

Ich bitte sie, Situationen in der aufsteigenden Seite ihrer Lebenskurve zu wählen, die sie in guter Erinnerung habe. Dann lade ich sie ein, die in diesen Situationen wahrgenommenen Bilder, Stimmen oder Geräusche und Körperempfindungen aufzurufen. Dann frage ich sie, ob sie diese auf die Zukunftsseite ihrer Timeline projezieren möchte. Das beschließt sie zu tun und überträgt drei als sehr angenehm empfundene Situationen auf die gegenüberliegende Seite. Eine in der Prinzengarde tanzende junge Frau mit einem Tanzpartner, der ihr gut gefällt, ein Haus, welches sie als Kopie des Gartenhäuschens einer Freundin in der Natur nachgebaut hat, und eine frei und unbeschwert lebende junge Frau, die über ihr Leben selbst entscheiden darf. Diese terminiert sie alle in die sehr nahe Zukunft.

Spiel mit dem inneren Kind Puppenstubenterasse
Puppenstubenterasse, Foto: A. Koltermann

Am Ende zeigt sie mir, dass sie mit Puppenhausfiguren eine Terrasse auf ihrem Küchentisch aufgebaut hat. Es gibt eine Hollywoodschaukel, ein paar bequem aussehende Gartensessel, einen Tisch und eine Kleiderstange mit kleinen Kleiderbügeln. Und vier Puppen: Mutter, Vater und zwei Kinder.

Seminare

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    • 29./30. August 2020
      Praxis für Lebensfragen und Sinnfindung Hans-Gert Grünhofer
      Sachsenweg 5, 59457 Werl
    • 10./11. Oktober 2020
      Seminarhof Acht-Eichen
      Strange 1, 27259 Wehrbleck, Niedersachsen
    • 24./25. Oktober 2020
      Andrea Koltermann
      Tulpenweg 40, 41569 Rommerskirchen

*Termine unter Vorbehalt

Spiel mit dem inneren Kind Seminare
„Spiel mit dem inneren Kind“-Seminare, Foto: Katrin Lübeck, Grafikdesign: A. Keck

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Spiel mit dem inneren Kind – Puppenstube

Selbstcoaching-Wanderung – inneres Kind

Selbstcoaching-Wanderung im Wald der Antworten

Wasser inspiriert
Wasser inspiriert, Foto: A. Koltermann

 

Wasser, Luft, Erde, Bewegung …

Luft zum Atmen
Luft zum Atmen, Foto: A. Koltermann

Hier gibt es alles, was ich brauche, um zur Ruhe zu kommen und Kraft zu schöpfen.

Erde, gut verwurzelt
Erde, gut verwurzelt, Foto: A. Koltermann

Ich bin einfach der Energie gefolgt.

Der Energie folgen
Der Energie folgen, Foto: A. Koltermann

Hier gibt es Brücken.

Brücke 1
Brücke 1, Foto: A. Koltermann

Solche und solche.

Brücke 2
Brücke 2, Foto: A. Koltermann

Manche sehen sicherer aus als andere

Brücke 3
Brücke 3, Foto: A. Koltermann

und manche scheinen ins Nichts zu führen.

Brücke 4
Brücke 4, Foto: A. Koltermann

Und manche sehen bei genauerer Betrachtung ganz anders aus. Hier die erste Brücke aus einer anderen Perspektive.

Perspektivwechsel Brücke 1
Perspektivwechsel Brücke 1, Foto: A. Koltermann

Ich glaube, dass die Natur Antworten auf unzählige Fragen kennt. Zum Beispiel weiss sie, dass manchmal der Tod gut ist, damit neues Leben entstehen kann.

Neues Leben
Neues Leben, Foto: A. Koltermann

Und manchmal staut sich etwas an, um dann hinterher schneller zu fließen.

Staudamm
Staudamm, Foto: A. Koltermann

Barrieren können umgangen, überwunden oder aus dem Weg geräumt werden.

entwurzelt
Entwurzelt, Foto: A. Koltermann

Manches stabile Konstrukt scheint entwurzelt, andere werden immer stärker.

Erde, gut verwurzelt
Erde, gut verwurzelt, Foto: A. Koltermann

Und manche Wege ergeben aus einer anderen Perspektive betrachtet keinen Sinn.

Un-Weg
Un-Weg, Foto: A. Koltermann

Fazit

Während dieser Selbstcoaching-Wanderung habe ich unendliche viele spannende Antworten auf bis dahin nicht gestellte Fragen entdeckt. Seitdem finden meine Coachings häufig in der freien Natur statt und meine Klienten finden hier immer Antworten.

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Seminar Spiel mit dem inneren Kind!

    • 29./30. August 2020
      Praxis für Lebensfragen und Sinnfindung Hans-Gert Grünhofer
      Sachsenweg 5, 59457 Werl
    • 10./11. Oktober 2020
      Seminarhof Acht-Eichen
      Strange 1, 27259 Wehrbleck, Niedersachsen
    • 24./25. Oktober 2020
      Andrea Koltermann
      Tulpenweg 40, 41569 Rommerskirchen

*Termine unter Vorbehalt

Spiel mit dem inneren Kind Seminare
„Spiel mit dem inneren Kind-Seminare, Foto: Katrin Lübeck, Grafikdesign: A. Keck

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Selbstcoaching-Wanderung im Wald
Selbstcoaching-Wanderung – inneres Kind

Spiel mit dem innern Kind – Fallbeispiel 3

Lena

Die junge Frau klagt über ein immer wieder auftretendes Engegefühl im Hals, welches verbunden ist mit einem Wegbleiben der Stimme. Gleichzeitig habe sie ein nach innen drückendes Gefühl auf Höhe des Solarplexus.

Aus ärztlicher Sicht sei alles in Ordnung, sagt sie.

Mittels Re-Imprint entlang der Timeline gelangen wir zu einem Ereignis in ihrer Kindheit.

Seit dem Tod ihres Opas in ihrem 10. Lebensjahr trete dieses Gefühl immer wieder auf, erzählt sie. Sie berichtet von einem Schuldgefühl, weil sie den Tod ihres Opas, welcher an Krebs gestorben sei, damals nicht hatte verhindern können.

Während sie dies ausspricht, wird der heute 25-Jährigen klar, dass dieser Gedanke nicht logisch ist. In der Kinderlogik der damals 10-Jährigen hatte sie dies allerdings geglaubt. Der vermutlich aufgrund dieses Ereignisses traumatisierte kindliche Anteil in ihr glaubt dies unbewusst vermutlich heute noch.

Ich bitte Lena, an ein Ereignis in einer Zeit kurz vor dem Tod ihres Opas zu denken, welches sie positiv in Erinnerung habe.

Steine, Foto: A. Koltermann

Sie erzählt, dass sie immer gern auf dem Balkon ihrer Großeltern mit Steinen gespielt habe. Das habe sie geliebt.

Ich hole ein paar Steine aus meiner Urlaubssteine-Sammlung und lege sie vor Lena auf den Tisch. Als Kind habe sie ihre Steine immer gewaschen und dann die dadurch kräftiger leuchtenden Farben bewundert. Außerdem habe sie immer mit ihnen gesprochen, erzählt sie. Das sei allerdings schon sehr lange her, sagt sie nachdenklich. Was sie daran hindere, heute noch mit Steinen zu sprechen, frage ich sie.

Heute würde sie ihr eigenes Verhalten an einer sehr hohen Meßlatte messen, sagt sie nachdenklich. Und mit Steinen zu sprechen wäre ja schließlich keine Arbeit, mit der man Geld verdienen könne. Andererseits wäre es schön, auch mal etwas zu tun, was einfach nur Spaß macht. Doch darüber habe sie in den letzten Jahren überhaupt nicht nachgedacht. Sie habe sich angewöhnt, alles, was sie tun müsse, gern tun zu wollen, um nicht gegen innere Widerstände angehen zu müssen. Auf ein Post-it schreibt sie ich muss und ich will und klebt dieses neben die noch auf dem Boden liegende Timeline. Ich frage, ob irgendetwas dagegenspräche, dem Spielen auch einen Platz in ihrem Alltag zu geben. Wo kämen wir denn da hin, äußert sie spontan, merkt aber sofort, dass diese Aussage nicht stimmig mit ihrem Gefühl und ihren Gedanken ist und ergänzt: völlig egal. Hiermit hat Lena jetzt beschlossen, sich die Selbsterlaubnis zum Spielen zu geben.

Mit einem Plastikdeckel verdecke ich ihr die Sicht auf die Steine. Langsam tastet sie sich vor und nimmt einen Stein nach dem anderen dahinter hervor. Erst sehr vorsichtig, als ob sie etwas Verbotenes täte und aufpassen müsse, nicht dabei ertappt zu werden. Dann wird sie mutiger.

Ich hole eine Schüssel mit Wasser und ein Handtuch und gedankenverloren beginnt sie, die einzelnen Steine darin zu waschen. Ihre Gesichtszüge entspannen sich. Die Stimmlage wird tiefer und der Stimmklang voller. Sie erzählt mir, dass früher jeder einzelne Stein für sie eine besondere Bedeutung gehabt habe.

Lena nimmt einen der soeben gewaschenen und polierten Steine und legt diesen vor den Zettel mit der Aufschrift ich muss ich will. Sie schreibt neue getrennte Post-its für ich muss und ich will und legt diese rechts und links neben den Stein.

Als ich sie auf die Enge im Hals und den Druck im Bauchraum anspreche, sagt sie, dass sich diese Empfindungen komplett aufgelöst hätten.

Spiel mit dem inneren Kind Ziele
Spiel mit dem inneren Kind – Ziele, Foto: A. Koltermann

Lena bedankt sich für die angenehme wohltuende Coaching-Sitzung. Damit hätte sie nicht gerechnet. Um sich gut fühlen zu können, müsse man einfach mehr Spielzeug anschaffen oder mit dem, was zur Verfügung steht, spielen. Dann würde es einem automatisch gut gehen.

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      Tulpenweg 40, 41569 Rommerskirchen

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Spiel mit dem inneren Kind – Fallbeispiel 2

Marlene

Im Lager der Künstlerin wählen wir gemeinsam ein Sortiment unterschiedlichster Mosaiksteine verschiedenster Farben und Größen aus.

Ich bitte Marlene, einzelne davon auszusuchen. Spontan ordnet sie etwa 20 dieser Elemente zu einem Bild an. Dies erinnere sie an ein Werk von Kandinski, sagt sie. Wir sprechen über die Vorliebe des bekannten Expressionisten für kräftige Farben. Ich fordere Marlene auf, für einen Moment die Augen zu schließen und diese dann wieder zu öffnen. Auf welches Element ihr Blick als erstes falle, frage ich sie. Auf das ganze Bild, sagt sie. Dann bitte ich sie, die Augen nochmals zu schließen und sich ein Schwarz-Weiß-Foto des Bildes vorzustellen.

Dieses beschreibt sie als farblos und traurig. Ich frage sie, ob diese Farblosigkeit sie an etwas anderes in ihrem Leben erinnere. Sie erinnert sich an eine Situation in der Kindheit. In ihrer Familie war es den Kindern sonntags grundsätzlich verboten zu basteln, berichtet sie. Diese Sonntage habe sie immer gehasst.

Ich bitte Marlene, sich in die Situation hineinzudenken und in ihrem inneren Erleben das Bild des kleinen Mädchens, das gern basteln möchte, entstehen zu lassen. Menschen, die wie diese Künstlerin gern im visuellen Repräsentationssystem aktiv sind, gelingt dies meist sehr gut. Marlene sieht sich selbst auf einem Teppich liegen. Ich bitte sie, an dem Bild zu verändern, was sie möchte. Sie bringt Bewegung hinein und verlässt in ihrem Bild das Wohnzimmer, um in das Kinderzimmer zu gehen. Schritt für Schritt gestalten wir gemeinsam Marlenes Bild von ihrem Kinderzimmer um, bis es so ist, wie sie es sich damals gewünscht hätte. Wie ich in ihrem Haus sehe, hat sie sich diese Wünsche im Erwachsenenalter längst realisiert. Sie besitzt Räume, in denen sie sich kreativ beschäftigen kann, und alle denkbaren dafür verwendbaren Materialien. Dann bitte ich sie, das Bild des kleinen traurig wirkenden Mädchens, das sie mir beschrieben hat, zu verändern. Dies ersetzt sie in ihrer inneren Repräsentation schnell durch ein fröhlich lachendes Bild ihres jüngeren Ichs. Auf meinen Vorschlag hin nimmt die inzwischen erwachsene Frau zu der kleinen Marlene Kontakt auf, um ihr von den Ereignissen der vergangenen Jahrzehnte zu berichten und ihr zu zeigen, dass sie sich als erwachsene Frau bereits zahlreiche Wünsche und Sehnsüchte des kleinen Mädchens erfüllt hat. Durch dieses Wissen mit neu gewonnen Ressourcen ausgestattet, bittet sie ihr jüngeres Ich mit in die Gegenwart zu kommen. Hinterher berichtet sie sehr überrascht, dass sie nicht auf die Idee gekommen wäre, das Bild ihrer Vergangenheit ändern zu können.

Mosaik-Timeline
Mosaik-Timeline, Foto: A. Koltermann

Ergebnis

Nach einem Gespräch über die Situation von Kindern in der Nachkriegszeit verwandelt Marlene ihr „Kandinski-Kunstwerk“ in eine Timeline. Diese verändert sich von zunächst kleinen grauen Steinen in der frühen Kinderzeit zu einem stets breiter und farbiger werdenden Strahl aus unterschiedlichsten Elementen.  Am Ende stehen die Farben Rot, Gelb und Orange, die Marlene mit Wärme und Freude verbindet. Sie ergänzt als Symbol für die Zukunft noch einen Teller mit einem goldenen Rand. Aus ihrer Leidenschaft für die Kreativität wolle sie Gold machen, sagt sie.

Zufrieden betrachtet Marlene die neu entstandene Timeline rückblickend von der Zukunft aus gesehen.

Termine Spiel mit dem inneren Kind: *

Seminar Spiel mit dem inneren Kind!

    • 19./20. August 2020; 24./25. Oktober 2020
      Andrea Koltermann
      Tulpenweg 40, 41569 Rommerskirchen
    • 29./30. August 2020
      Praxis für Lebensfragen und Sinnfindung Hans-Gert Grünhofer
      Sachsenweg 5, 59457 Werl
    • 10./11. Oktober 2020
      Seminarhof Acht-Eichen
      Strange 1, 27259 Wehrbleck, Niedersachsen

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