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Das Innere Kind als Kompass

Das Innere Kind: Warum es sich lohnt, ihm wieder zuzuhören

Wann hast du das letzte Mal etwas einfach deshalb getan, weil du Lust darauf hattest?

Nicht, weil es vernünftig war. Nicht, weil es auf deiner To-do-Liste stand. Sondern einfach, weil es dir Freude gemacht hat.

Vielleicht bist du barfuß durch das Gras gelaufen. Hast laut zu deinem Lieblingslied gesungen. Dich auf eine Schaukel gesetzt. Einen besonders schönen Stein vom Strand mitgenommen. Oder du hast irgendwo gestanden, gestaunt und für einen Moment alles um dich herum vergessen.

Genau in solchen Momenten kann es passieren: Unser Inneres Kind meldet sich.

Das Innere Kind ist so viel mehr als unsere Vergangenheit

Wenn vom Inneren Kind gesprochen wird, denken viele zunächst an Kindheitserfahrungen und deren Aufarbeitung.

Mich interessiert besonders eine andere Seite:

Welche Schätze unserer Kindheit tragen wir noch immer in uns?

Kinder sind neugierig. Sie entdecken. Sie probieren aus. Sie erfinden Geschichten. Sie begeistern sich. Sie spielen und staunen über Dinge, an denen wir Erwachsene manchmal achtlos vorbeigehen.

Neugier. Fantasie. Spielfreude. Kreativität. Begeisterungsfähigkeit. Staunen.

All diese Fähigkeiten verschwinden nicht einfach, nur weil wir erwachsen werden.

Vielleicht geraten sie manchmal ein wenig in Vergessenheit.

Und vielleicht lohnt es sich, sie wieder hervorzuholen.

Wann ist das Leben eigentlich so ernst geworden?

Als Erwachsene sind wir ziemlich gut im Funktionieren.

Termine. Verpflichtungen. Verantwortung. Entscheidungen. Ziele.

Das alles gehört zu unserem Leben. Und gleichzeitig gibt es noch etwas anderes:

Freude am Augenblick.

Ein Kind fragt selten: „Ist das jetzt produktiv?“

Es sieht eine Pfütze und möchte hineinspringen.

Es findet einen Stock und daraus wird ein Zauberstab.

Es hört Musik und beginnt zu tanzen.

Es entdeckt etwas Unbekanntes und will wissen, was dahintersteckt.

Darin steckt eine wunderbare Fähigkeit, die wir Erwachsenen wiederentdecken können:
einen Augenblick einfach zu erleben, statt ihn sofort nach seinem Nutzen zu beurteilen.

Was würde mir jetzt Freude machen?

Probier heute etwas aus.

Wenn du vor einer kleinen Entscheidung stehst, halte einen Moment inne und frage dich:

„Was würde mir jetzt einfach Freude machen?“

Die Antwort muss überhaupt nichts Großes sein.

Vielleicht bestellst du die Eissorte, die du als Kind geliebt hast.

Vielleicht malst du.

Vielleicht gehst du einen anderen Weg nach Hause.

Vielleicht setzt du dich auf eine Schaukel.

Vielleicht drehst du die Musik auf und tanzt durch die Küche.

Es sind oft diese kleinen Momente, in denen wir wieder spüren, was uns lebendig macht.

Und genau darin kann das Innere Kind zu einem kleinen Kompass werden.

Von der äußeren zur inneren Stimme

Viele Jahre beschäftige ich mich beruflich mit Stimme und Sprechen. Als Logopädin, Sprech- und Stimmtrainerin und Coach habe ich immer wieder erlebt, wie eng unsere hörbare Stimme mit unserem Inneren verbunden ist.

Heute interessiert mich noch eine andere Stimme:

die Stimme unseres Inneren Kindes.

Was erzählt sie uns über das, was uns Freude macht?

Worauf macht sie uns neugierig?

Wann möchte sie spielen, entdecken, ausprobieren oder einfach staunen?

Und was könnten wir gewinnen, wenn wir ihr als Erwachsene wieder häufiger zuhören?

Diese Fragen beschäftigen mich inzwischen so sehr, dass daraus mein neues Buch entstanden ist:

„Schluss mit dem Ernst des Lebens“

Dein Inneres Kind als Kompass für Leichtigkeit

Darin geht es um die Ressourcen, die wir in uns tragen, um kleine und größere Abenteuer im Erwachsenenleben und um die Frage, wie wir wieder mehr Leichtigkeit und Lebensfreude in unseren Alltag einladen können.

Ein kleiner Selbstcoaching-Impuls für dich

Beobachte dich in den nächsten Tagen einmal ganz bewusst:

Wann leuchten deine Augen?

Wann vergisst du die Zeit?

Wann möchtest du spontan etwas ausprobieren?

Was macht dich neugierig?

Wann musst du plötzlich lachen?

Du kannst deine Antworten sogar kurz notieren.

Vielleicht erkennst du nach einigen Tagen ein Muster.

Und vielleicht meldet sich in genau diesen Momenten jemand, dem du wieder ein bisschen häufiger zuhören könntest:

dein Inneres Kind. 💛

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