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Mehr Lebensfreude, was Erwachsene von Kindern lernen können

2. Mehr Lebensfreude: Was wir Erwachsene von Kindern lernen können

Blogbeitrag 2 zur Reihe „Schluss mit dem Ernst des Lebens“

Kinder können etwas Erstaunliches:
Sie können sich freuen, ohne daraus gleich ein Projekt zu machen.

Ein Käfer auf dem Weg kann interessant sein. Eine Pfütze wird zum Abenteuer. Ein Karton zum Raumschiff. Und ein Nachmittag kann großartig sein, obwohl am Ende nichts „geschafft“ wurde.

Wir Erwachsenen dagegen planen unsere Freizeit, optimieren unsere Erholung und setzen manchmal sogar die Lebensfreude auf die To-do-Liste.

Wann haben wir eigentlich angefangen, Freude so kompliziert zu machen?

Vielleicht lohnt es sich, einmal diejenigen zu fragen, die sich damit ziemlich gut auskennen: unsere inneren Kinder.

Lebensfreude braucht keinen großen Anlass

Wir verbinden Lebensfreude häufig mit besonderen Ereignissen.

Urlaub. Erfolg. Ein schönes Essen. Ein außergewöhnliches Erlebnis.

Kinder zeigen uns eine andere Möglichkeit: Freude kann mitten im Alltag entstehen.

Nicht das Ereignis muss groß sein. Unsere Aufmerksamkeit dafür macht den Unterschied.

Und genau darin liegt für mich eine wichtige Ressource unseres inneren Kindes. Denn wenn wir vom inneren Kind sprechen, müssen wir nicht immer nur auf Verletzungen, alte Erfahrungen oder etwas schauen, das geheilt werden soll.

Da ist auch das neugierige, kreative, verspielte und lebensfrohe Kind, das wir einmal waren – und immer noch sind.

Was können wir von ihm lernen?

1. Neugierig bleiben

Kinder stellen Fragen.

Warum?

Wie funktioniert das?

Was passiert, wenn ich das mache?

Neugier öffnet die Welt. Auch als Erwachsene.

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert, ohne darin sofort gut sein zu müssen?

Genau das können Kinder ziemlich gut: ausprobieren, scheitern, noch einmal probieren und dabei manchmal sogar Spaß haben.

2. Begeisterung zulassen

Kinder können ihre Begeisterung kaum verstecken.

Wenn etwas großartig ist, dann ist es großartig. Punkt.

Wir Erwachsenen werden darin häufig zurückhaltender. Bloß nicht zu laut freuen. Bloß nicht albern wirken. Bloß nicht zu viel Begeisterung zeigen.

Dabei ist Begeisterung Energie. Sie bringt uns in Bewegung und verbindet uns mit Menschen, Ideen und Dingen, die uns wichtig sind.

Wofür kannst du dich richtig begeistern?

Und wann hast du das zuletzt auch gezeigt?

3. Im Moment sein

Wenn ein Kind vertieft spielt, ist es genau dort.

Nicht beim Termin morgen. Nicht bei der Aufgabe von gestern. Und vermutlich auch nicht bei der Frage, ob das, was es gerade tut, besonders effizient ist.

Natürlich brauchen wir Erwachsenen Planung und Verantwortung. Aber zwischendurch dürfen wir wieder erleben, wie es sich anfühlt, ganz bei einer Sache zu sein.

Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum Spielen auch Erwachsenen so guttut.

4. Fantasie benutzen

Ein Stuhl kann ein Thron sein. Aus einer Decke ist schnell eine Höhle gebaut. Ein etwas verwilderter Garten wird zum Dschungel.

Fantasie ist keine Fähigkeit, die ausschließlich Kindern gehört.

Wir brauchen sie auch als Erwachsene: um Ideen zu entwickeln, Lösungen zu finden und uns Möglichkeiten vorzustellen, die es heute noch gar nicht gibt.

Bevor etwas entstehen kann, muss es schließlich erst einmal jemand für möglich halten.

Unser inneres Kind kann dabei ein erstaunlich kreativer Kooperationspartner sein.

5. Freude zeigen

Vielleicht ist das die schönste Lektion.

Wenn Kinder sich freuen, sieht man es.

Sie lachen, hüpfen, erzählen aufgeregt und wollen ihre Begeisterung teilen.

Warum eigentlich nicht auch wir?

Wir müssen nicht jedes Mal auf dem Tisch tanzen, wenn etwas Schönes passiert. Aber vielleicht dürfen wir wieder etwas weniger darauf achten, ob unsere Freude gerade angemessen, vernünftig oder erwachsen genug ist.

Eine kleine Übung für dein inneres Kind

Schreibe heute spontan fünf Dinge auf, die dir als Kind Freude gemacht haben.

Nicht lange nachdenken. Schreib einfach auf, was dir zuerst einfällt.

Und dann frage dich:

Welche davon könnte ich heute noch tun?

Vielleicht kannst du nicht mehr genau dasselbe tun. Aber möglicherweise lässt sich das Gefühl dahinter wiederfinden.

Und vielleicht steckt darin viel mehr Lebensfreude, als du vermutest.

Denn unsere inneren Kinder tragen nicht nur Erinnerungen an das, was einmal schwierig war. Sie bewahren auch unsere Neugier, Fantasie, Begeisterungsfähigkeit und Spielfreude.

Wir müssen ihnen nur wieder erlauben, mitzumachen.


Du möchtest weiterlesen?

Auf meinem Blog beschäftige ich mich regelmäßig mit dem inneren Kind, Lebensfreude, Spielen und der Frage, wie wir unsere jüngeren Ichs als Ressource für unser heutiges Leben nutzen können.

📖 Und genau darum geht es auch in meinem neuen Buch „Schluss mit dem Ernst des Lebens. Dein inneres Kind als Kompass für Leichtigkeit“, das in Kürze im Gallip Verlag (Daniela Hillers) erscheint.

 

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